ERASMUS+

Aufgrund der aktuellen Situation ist unser Projekt „Classroom-Management“ auf Eis gelegt und die Projektdauer wurde vom Pädagogischen Austauschdienst verlängert. Wir hoffen sehr, dass ein geregelter sowie kontinuierlicher Schulbetrieb alsbald möglich ist, damit das eigentliche Schulleben mit all seinen Facetten und Bereicherungen wieder im Vordergrund stehen kann!

Hier ein kleiner Einblick in unser Projektvorhaben:

Das Selbstverständnis unserer Schule subsummiert sich unter dem Titel „Lernen unter dem Regenbogen“. Dieses Bild steht nicht nur für die farbenfrohe Vielfalt der zu entdeckenden Welt, sondern gleichermaßen für ein vielseitiges, aktivierendes und differenziertes Lernen, welches es unseren Kindern ermöglicht zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu gedeihen. Dafür sorgen nicht nur zahlreiche Kooperationen (v.a. mit dem Hort, der Elternschaft, naheliegenden Kindertagesstätten sowie weiterführenden Schulen, der Stadtverwaltung und dem Deutschen Kinderschutzbund), sondern – und das ganz besonders nach der Sanierung – ein vielfältig nutzbarer Spiel- und Sportbereich im Außen als auch mannigfaltige Fach- und ‚Spezialräume‘ im Schulhaus selbst (Integration, Freiarbeit, Informatik, Werken, Musik, heilpädagogischer Raum, Theater-/Tanzraum, Kindercafé).

Vor diesem Hintergrund ist die AL-GS in räumlich-materieller Hinsicht äußerst gut aufgestellt und verfügt somit über eine Ressource, die es noch stärker auszuschöpfen gilt. Hierfür bietet das Mobilitätsprogramm Erasmus+ die Chance, unsere Lehrer für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen heterogener Klassenverbände fortzubilden und auf diese Weise die Unterrichtsqualität zu verbessern. Dafür ist in einem ersten Schritt das Kennenlernen neuer, innovativer Methoden notwendig, um unsere Vision eines friedlichen, vertrauensvollen, individualisierten sowie wertschätzenden gemeinsamen Lernens auch in Zukunft umsetzen zu können.

Im Rahmen des Projekts „Classroom Management“ fokussieren wir uns auf Strategien der Stressbewältigung durch Yoga-, Atem- und Meditationstechniken, präventive Maßnahmen zur Gewaltvermeidung, der Förderung des bewegten Lernens, kreative, künstlerische als auch spielerische Methoden zur Integration und Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen sowie nichtdeutscher Herkunft und lösungsorientierte Ansätze bei schulischen Problemen, die im Zusammenhang mit einer zunehmenden Heterogenität stehen. Dabei sehen wir den Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von Konzepten unserer europäischen Kollegen als Fundus, den wir aktiv nutzen und an unserer Schule entsprechend anwenden wollen.

Langfristig soll dies zu einer Verbesserung als auch Stabilisierung der Lehrergesundheit beitragen und Innovationen sollen zu echten Alternativen und damit Bestandteil des Schulprogramms werden. Unser Schulprogramm stützt sich auf neun Säulen: Grundsätze des Lehrens und Lernens, Unterrichtsqualität, Ganztagesangebote, Integrationsarbeit, Elternarbeit, Förderplanarbeit, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, Öffentlichkeitsarbeit und Evaluation. Das ‚Outcome‘ der europäischen Fortbildungsaktivitäten soll auf lange Sicht die ersten fünf Säulen insoweit untermauern, als dass innovative Ansätze grundsätzlich das Lehren und Lernen bereichern und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Unterrichtsqualität führen, Yoga, gewaltfreies Kommunikationstraining sowie Stress- und Konfliktmanagement Eingang in Ganztagesangebote finden, kreative, künstlerische als auch spielbasierte Methoden das Feld der Integrationsarbeit erweitern und interessierte Eltern gleichermaßen Zugang zu neuen Erkenntnissen und Konzepten haben.

Weiterhin ist es unser Bestreben mit diesen Aktivitäten unser Kollegium intern zu schulen, den Hort, die pädagogischen Unterrichtshilfen sowie die Elternschaft stärker einzubeziehen und dergestalt ein hohes Maß an Breitenwirkung zu schaffen, um noch gezielter auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse unserer Kinder eingehen zu können. Fühlen sich Kinder im schulischen Kontext in ihren Bedürfnissen wahrgenommen und kann ihnen zumindest im Ansatz aktiv entsprochen werden, stärkt dies wiederum ihr Wohlbefinden, was positive Effekte auf die emotionale Lernbereitschaft, die (intrinsische) Motivation, die Aufmerksamkeitsspanne sowie das soziale Verhalten zur Folge hat.

Weiterhin versteht sich unser Kollegium als Team, welches aufgeschlossen, neugierig und aktiv in den europäischen Erfahrungsaustausch treten möchte, um nicht nur die bereits dargelegten Ziele zu erreichen, sondern gleichsam einen kosmopolitischen Wind durch die Klassenzimmer und die Köpfe der Kinder wehen zu lassen. Interkulturelle Kompetenz, Sozialkompetenz sowie Werteorientierung sind sowohl langfristige Ziele als auch nachhaltige Effekte gut geschulten Lehrpersonals, was als Bildungs- und Erziehungsauftrag im Lehrplan der Grundschule fest verankert ist (vgl. LP GS Deutsch Sachsen 2019, S. VII-VIII).