Erasmus+

Konzept

Schuljahr 2025/26

In diesem Folgeprojekt (Classroom Management II – Implementierung innovativer Methoden zum Umgang mit Heterogenität in der Grundschule) haben sechs Lehrkräfte an thematisch entsprechenden Fortbildungen, jedoch mit verschiedenen Schwerpunkten teilgenommen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Herausforderungen in unserem Beruf und einer Vielzahl unvorhergesehener Situationen, mit denen wir konfrontiert sind, ist unsere Resilienz und die Vielfalt unseres pädagogischen Handlungsrepertoires mittlerweile rund um die Uhr gefragt. Das Projekt zielt auf innovative, d.h. vielleicht eher unkonventionelle Methoden ab, die zum einen der Lehrkraft selbst helfen und zum anderen eine Bereicherung in der pädagogischen Arbeit darstellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Aufmerksamkeits- und Konzentrationssteigerung durch diverse Atemtechniken als auch Yogaübungen, der Reduktion des eigenen Stresslevels sowie der Fähigkeit, Unterrichtsstörungen bzw. Konfliktsituationen mit kontrastiven Interventionen zu begegnen.

Kurse

  • „Resilience and well-being strengths for teachers“
  • „Well-being and stress management in Iceland“
  • „Yoga for teachers and school stuff“
  • „Classroom management through the art of rhythm“
  • „Innovative approaches to teaching“
„Resilience and well-being strengths for teachers and pupils“ in Dublin, Irland (Carmen Hahnemann)

Eine Woche im September fand in der Hauptstadt Irlands eine tolle Fortbildung zur physischen und psychischen Gesundheit von Lehrern und Schülern statt. Dabei wurde uns eine Vielzahl an Methoden vorgestellt, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: nämlich Unterricht ausgeglichen, gesund, hochmotiviert zu gestalten, durchzuführen und aus Schülersicht diesem aufmerksam und konzentriert folgen zu können. Dabei standen folgende Aspekte im Vordergrund:

Der interkulturelle Austausch von Kollegen aus Malta, Polen, Litauen und Italien und Deutschland fand in zahlreichen Gesprächen sowie praktischen Übungssequenzen auf Englisch statt und war sehr bereichernd.

„Yoga for teachers and school staff: enhancing well-being in the classroom“ Palermo, Sizilien (Alexandra Penzel)

In Palermo wurde uns Yoga als wirkungsvolles Mittel zur Förderung des mentalen und körperlichen Wohlbefindens im schulischen Umfeld vorgestellt. Der Kurs vermittelte dabei Yogapraktiken zur Integration in den Schulalltag. Diese neu erworbenen Methoden konnten danach auch direkt mit den Kindern in der Schule umgesetzt werden. Zur Steigerung der Konzentration und des Selbstbewusstseins sowie der Verminderung von Stress ist Yoga als Methode ein wahres Multitalent.

„Communication and classroom management through the art of Rhythm“ Oslo, Norwegen (Henriett Wilke)

Im Dezember ging es eine Woche in die Hauptstadt Norwegens, um wahlweise im Drei- bzw. Viervierteltakt interessante tanzpädagogische Ansätze kennenzulernen, um Aufmerksamkeit, Konzentration, Motivation und Lernfreude zu steigern. Mit 16 italienischen Lehrpersönlichkeiten und einem polnischen Kursleiter vergingen die Stunden temperamentvoll, tanzend, kreativ, aber auch entspannt durch ’silent meditations‘ oder auch ’silent walks‘. Viele methodische Ansätze der Interaktion und Reflexion sind interessant, erfordern jedoch eine gewisse Reife, die in unserer Schulart noch nicht so ausgeprägt ist. Dennoch war die Fortbildung eine schöne Bestätigung sowie Erweiterung dessen, was wir bereits im Schulalltag initialisieren: Rituale, Musik und Bewegung verbunden mit der kindlich-unbeschwerten Freude des gemeinsamen Erlebens.

„Stress and Burnout“ St. Julian’s, Malta (Jörg Findeiß)

Während der Fortbildung auf Malta zum Thema „Stress und Burnout“ ging es ausgehend von den eigenen Erfahrungen, Ursachen sowie den Umgang damit hin zu aktuellen wissenschaftlichen Ansätzen, um darüber hinaus Wissen zu vertiefen und neue Erkenntnisse zu erlangen. Dabei wurden konkrete Stressoren benannt und beschrieben und eine faktische Abgrenzung zum Thema „Burnout“ erarbeitet. Der Kurs betrachtete maßgeblich vor allem psychologische Grundsätze und verdeutlichte neben der Vielzahl an Stressoren, die in großer Vielzahl gleichermaßen im außerschulischen Bereich anzusiedeln sind, ebenso die Möglichkeit im Rahmen unterrichtlicher Tätigkeit Stressoren zu erkennen und zu bearbeiten. Dazu gab es ein Angebot einer Vielzahl an methodischen Grundüberlegungen und rhythmisierten Ritualen und verlässlichen Strukturhilfen. Auch die Ausarbeitung des positiven Stresses wurde berücksichtigt, da der Stressbegriff in der Psychologie und Pädagogik im Gegensatz zum „Burnout“ nicht nur negativ verhaftet ist.

Schuljahr 2022/23

Kurse

  • „Mindfulnesss and Meditation“ und „Smart teachers play more“
  • „Conflict Management, Emotional Intelligence and Bullying Prevention“ und „We are all special – inclusion and support for students with special needs in and out of the classroom“
  • „Introduction to the Finnish Education Model“
  • „Outdoor learning and adventure education“
  • „How to welcome innovation“
„Mindfulnesss and Meditation“ und „Smart teachers play more“
in Reykjavik, Island (Frau Hahnemann und Frau Wilke)

In Reykjavik lernten wir nicht nur viel über das Land, die Kultur und das skandinavische Schulsystem, sondern hauptsächlich kindgerechte Achtsamkeits-, Entspannungs- und Atemtechniken in Verbindung mit Kinderyoga. Diese tollen Methoden setzten wir direkt im Schuljahr 2022/23 in der Klassenstufe 2 um. In einer weiteren Fortbildung vor Ort drehte sich alles um spielerische Vermittlungsstrategien in Kombination mit dem bewegten Lernen im Englischunterricht. Das war sehr interessant, denn isländische Kinder sprechen sogar in der Freizeit lieber Englisch als Isländisch und alle Filme werden in der Originalsprache gelassen.

„Conflict Management, Emotional Intelligence and Bullying Prevention“ und „We are all special – inclusion and support for students with special needs in and out of the classroom“
in Barcelona, Spanien (Frau Keilhack und Herr Findeiß)

In Barcelona drehte sich alles um präventive Maßnahmen gegen Mobbing und Gewalt unter Gleichaltrigen sowie Konfliktlösungsstrategien. Durch den interkulturellen Austausch auf pädagogischer Ebene war es zudem spannend, wie mit derartigen Problemen an Schulen in Lettland, Italien oder Frankreich umgegangen wird. In einer zweiten Fortbildung vor Ort lag der Fokus auf dem großen Thema Inklusion. Im Rahmen dessen ging es um Methoden zur Vermeidung von Ausgrenzung und die Schulung sozialer Kompetenzen hinsichtlich Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Dies ist für unsere inklusive Schule ein wichtiger Baustein, um die Qualität unseres pädagogischen Handelns zu verbessern.

„Introduction to the Finnish Education Model“
in Oulu, Finnland (Herr Findeiß)

In dieser Fortbildung war das fortschrittliche Schulsystem im Vergleich zu anderen europäischen Bildungssystemen Thema. Besonders die Schulbesuche vor Ort gaben konkrete Einblicke in offene projektorientierte Unterrichtssequenzen, sog.‚ phenomenom-based-learning‘-Settings oder ICT (Information Communication Technology), die sich mit der sinnvollen Nutzung und der damit verbundenen Implementierung moderner Technologien im fächerübergreifenden Unterricht beschäftigt. Vor dem Hintergrund der guten technischen Ausstattung an unserer Schule beschäftigen wir uns zunehmend mit der Frage, wie wir verschiedene Lernbereiche mit Hilfe der digitalen Möglichkeiten den Kindern zeitgemäß vermitteln können.

„Outdoor learning and adventure education“
in Puerto de la Cruz, Spanien (Frau Hahnemann und Frau Strech)

Lernen an anderen Orten sowie das Lernen durch phantasievolle bzw. spielerische Settings sind in der Pädagogik keine Neuheiten, treten aber im schulischen Alltag aus vielerlei Gründen (Logistik, Organisationsaufwand, Personal) oft in den Hintergrund. Dabei stecken in diesem Ansatz so viele Chancen, den Kindern auf verschiedenen Ebenen ‚ganz nebenbei‘ Wissen zu vermitteln und gleichsam dem natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen. Diese Fortbildung war sehr bereichernd, da wir in unserem Hortgarten ein grünes Klassenzimmer planen und dem interessierten Kollegium dabei methodische Impulse geben können.

„How to welcome innovation“
in Nizza, Frankreich (Frau Wilke)

In der letzten Oktoberwoche ging es in Nizza täglich an die ‚European Educational Leadership Academy‘, an der Dozenten aus Schweden und Frankreich 16 Schulleiterinnen und Stellvertreterinnen aus Italien, Spanien und Deutschland unterrichteten. Es drehte sich alles um die Frage, wie Innovationen auf verschiedenen Ebenen im Schulalltag implementiert werden können. Interessante Einblicke in das skandinavische Schulsystem wechselten sich mit wissenschaftlichen Evidenzen über neuro-physiologische Zusammenhänge des Lernens ab. Aktuelle Fallbeispiele aus den eigenen Reihen dienten unter anderem als Vorlage, Probleme aus einer neurowissenschaftlichen Sicht zu hinterfragen, aufzubrechen und neu zu denken, was äußerst aufschlussreiche Lösungsansätze hervorbrachte.